Mit grosser Schnöre und viel Herz

Patrick Danuser zeigt fast 60’000 Menschen auf Instagram seinen Bauernalltag.
Dabei darf auch einmal etwas schiefgehen und über sich selber gelacht werden.
An der Herbstmesse erzählte er, wie alles begann und was ihm dabei wichtig ist.

Es ist ein Samstagabend, als Patrick Danuser sein erstes Video veröffentlicht. Danach legt er das Handy weit weg. Erst einmal wird grilliert. Als er später zu Hause wieder nachschaut, haben rund 100 Menschen auf «Gefällt mir» gedrückt. Dazu kommen begeisterte Nachrichten von Freunden. «Ich dachte nur: Oh mein Gott, das ist krass!» Damit hatte er nicht gerechnet. Aber da wusste er: Das interessiert die Leute.

Das ist rund zweieinhalb Jahre her. Heute folgen dem Landwirt aus Bad Ragaz auf Instagram fast 60’000 Menschen. An der Herbstmesse war er beim Schaffhauser Bauernverband zu Gast und erzählte von seinem Hof und seinem Weg in die Öffentlichkeit. Dass ihm die Worte nicht so schnell ausgehen, weiss er selber. «Ich ha halt es grossi Schnöre», meint er lachend.

Der Vater meinte nur: «Bring das!»

Deutsche Farmfluencer verfolgte Danuser schon länger gerne. Weshalb also nicht selber zeigen, was auf einem Bauernhof alles dahintersteckt? Auch, um Vorurteilen etwas entgegenzusetzen.

Doch sein erstes Video drehte er noch heimlich. Zuerst durfte seine Frau schauen, dann seine Mutter. Beide fanden es «cool». Beim Vater war die Hürde etwas höher. Was würde der wohl dazu sagen? Die Antwort fiel kurz aus: «Bring das!»

Der Rückhalt von Familie und Freunden war ihm von Anfang an wichtig. So wurde aus dem ersten Versuch bald mehr. Seinen Durchbruch brachte ein Video über eine Frau, die er auf seinem Kartoffelfeld beim Kartoffelklauen antraf und darauf ansprach. Der Beitrag bescherte ihm 5000 bis 6000 neue Follower.

Auch Pannen gehören dazu

Heute ist das Handy fast täglich mit dabei. Beim Gülleführen, bei der Geburt eines Kalbes oder bei anderen Arbeiten auf dem Hof. Danuser möchte zeigen, wie sein Alltag aussieht. Dazu gehört auch, dass nicht immer alles rundläuft.

Wenn er wieder einmal selber voller Gülle ist, hält er auch das fest. Über sich selber lachen kann er. Solche Pannen kommen bei den Leuten an, und diese Videos macht er gerne.

Ideen liefert ihm auch seine Frau Lea. Sie kommt nicht aus der Landwirtschaft und fragt bei Dingen nach, die für ihn selbstverständlich sind. Warum ist das so? Wie funktioniert das? Das könntest du doch einmal zeigen. Ihr Blick hilft ihm, Themen zu entdecken, die Menschen ohne Bezug zum Bauernhof interessieren.

Am Papitag wird nicht gefilmt

Rund 90 Minuten benötigt Danuser, um ein Video zu drehen und zu schneiden. Social Media ist mittlerweile ein berufliches Standbein. Auch Werbung gehört dazu, allerdings nur für etwas, hinter dem er selber stehen könne.

Seine Basis bleibt der Hof mit Pouletmast, Mutterkühen, Acker- und Gemüsebau sowie Direktvermarktung. Am liebsten arbeitet er mit seinen Tieren. Aber auch Mähen und Gülleführen macht er gerne. «Traktörle halt», meint er.

Dass ihm so viele Menschen zuschauen und ihn unterstützen, ist für ihn nicht selbstverständlich. Dafür ist er dankbar. Bei aller Offenheit bleibt aber auch etwas privat: Seine Tochter zeigt er nicht. Und am Papitag wird nicht gefilmt. Dann gehört seine Aufmerksamkeit ihr.

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Schaffhauser Bauernverband