Saubere Panels für mehr Solarstrom
Photovoltaikanlagen auf Scheunen und Ställen liefern auf vielen Landwirtschaftsbetrieben einen wichtigen Beitrag zur Stromproduktion. Damit dies so bleibt, müssen die Module regelmässig gereinigt werden.
Ein Lastwagen mit Kran fährt auf den Hof. Am Ausleger hängt eine mehrere Meter breite Spezialbürste. Langsam bewegt sie sich über die Solarpanels auf dem Stalldach und entfernt Schmutz, Staub und Ablagerungen. Was auf den ersten Blick unspektakulär aussieht, ist eine Arbeit, die für die Leistung von Photovoltaikanlagen durchaus entscheidend sein kann. «Viele denken, der Regen erledigt die Reinigung von selbst», erklärt ein Mitarbeiter der Reinigungsfirma während der Arbeiten. Tatsächlich spüle Regen zwar einen Teil des Schmutzes weg, längst aber nicht alles. Besonders Saharastaub, Pollen und feine Umweltrückstände setzen sich mit der Zeit in den feinen Rillen der Module fest. Je nach Betrieb kann die Verschmutzung beträchtlich sein. Eine wichtige Rolle spielen dabei die betrieblichen Abläufe rund um die Tierhaltung. Staub aus Kraftfuttermühlen, Futterlagerung oder Stroheinstreu setzt sich mit der Zeit auf den Modulen ab. Besonders stark betroffen sind Anlagen entlang von Autobahnen. «Teilweise sind die Module dort richtig schwarz», erzählt der Fachmann.
Reines Wasser statt Reinigungsmittel
Für die Reinigung wird eine Spezialbürste eingesetzt, die mehrere Solarpanels gleichzeitig erfasst. Bei liegend montierten Modulen fährt der Bediener mehrmals über dieselbe Fläche. Zuerst erfolgt eine grobe Reinigung, anschliessend eine feinere Bearbeitung und zum Schluss die Tiefenreinigung. Dabei kommt auf 60 Grad Celsius erwärmtes, vollständig entmineralisiertes Wasser zum Einsatz. Dieses enthält weder Kalk noch Mineralstoffe und hinterlässt deshalb keine Rückstände auf den Modulen. Das besonders reine Wasser nimmt Schmutzpartikel auf und sorgt für eine streifenfreie Oberfläche. Nach der Reinigung perlt Regenwasser oft deutlich besser ab als zuvor. Wie häufig eine Solaranlage gereinigt werden sollte, hängt von Standort und Verschmutzung ab. Manche Anlagen werden nur alle paar Jahre gereinigt, andere regelmässig einmal jährlich. Laut dem Reinigungsfachmann kann sich die Reinigung deutlich auf die Stromproduktion auswirken. Bei stark verschmutzten Anlagen seien Ertragssteigerungen von 15 bis 35 Prozent möglich. Zwischen 1000 und 2000 Quadratmeter Solarpanels reinigt der Mitarbeiter an einem Arbeitstag. Zeitaufwendig ist dabei nicht nur die Arbeit auf dem Dach. Beim Wechsel von einem Standort zum nächsten muss die grosse Bürstenanlage am Kranarm jeweils für die Weiterfahrt gesichert oder teilweise demontiert werden. Nicht alle Verschmutzungen lassen sich allerdings mit der Bürstenreinigung entfernen. Flechten beispielsweise haften oft so stark auf den Modulen, dass sie von Hand entfernt werden müssen. Solche Spezialreinigungen übernehmen andere Fachkräfte. Informationen zur Reinigung von Photovoltaikanlagen und zu erneuerbaren Energien in der Landwirtschaft bietet die Landenergie Schaffhausen (LESH) unter www.landenergie-sh.ch