Ranchleben in Buchberg
Cowboyhut, Quad und Mutterkühe auf weitläufigen Weiden: Auf der Sonnhalde Ranch in Buchberg lebt Familie Fehr Landwirtschaft nach ihren eigenen Vorstellungen. Dabei zählt nicht das Maximum, sondern das Optimum.
Mit dem Quad fegt Christian Fehr über die Weide zu seinen Kühen. Vor wenigen Stunden hat eine Kuh gekalbt. Er geht ruhig auf die Tiere zu, nimmt eine Vitaminspritze aus der Hosentasche und gibt dem Kalb den Vitaminschub ins Maul. Dabei erklärt er seinen Instagram-Followern in die Kamera, warum dies nötig ist. Auf dem Kopf trägt er wie immer einen Cowboyhut. Ist das irgendwo in der Prärie Nordamerikas? Nein, die Sonnhalde Ranch liegt in Buchberg.
Saskia und Christian Fehr leben hier mit ihren beiden Kindern Lou und Sam. Seit 2011 führen sie den Betrieb in dritter Generation. Rund 50 Mutterkühe und ebenso viele Kälber leben auf der Ranch. Die Rinder, die später als Natura-Beef vermarktet werden, nennt die Familie liebevoll «Beeflis».
Gras und Heu statt Kraftfutter
Zur Ranch gehören 35 Hektaren Land, etwa die Hälfte davon ist Weidefläche. «Feed no Food» lautet einer der Grundsätze von Fehrs: Die Mutterkühe bekommen kein Kraftfutter, sondern Gras und Heu. Original Braunvieh dient mit seiner Milchleistung gewissermassen als «Milchtankstelle» für die Kälber, dazu kommen unter anderem Angus und Galloway.
Die Tiere können rund um die Uhr nach draussen. Selbst ein grosses Waldstück gehört zur Weide. «Das ist ihr Spielplatz», sagt Christian. Die Kühe knabbern dort Rinde von den Bäumen, legen sich hin oder toben auch einmal herum.
Die Devise der Sonnhalde Ranch bringt der Landwirt in einem Satz auf den Punkt: «Das Optimum, nie das Maximum der Produktion.»
19 Jahre alt und 18. Mal Mutter
Wie eng Christian seine Tiere begleitet, zeigt eine ganz besondere Mutterkuh. Sie ist 19 Jahre alt und hat vor Kurzem ihr 18. Kalb geboren. Handzahm bedeutet in diesem Fall allerdings nicht, dass der Landwirt ihrem Nachwuchs einfach zu nahe kommen darf. Die alte Kuh zeigt sehr deutlich, was sie davon hält.
Ganz ohne seine Unterstützung ging es in den ersten Stunden dennoch nicht: Das Kalb brauchte kurzzeitig den Schoppen. Danach klappte es zwischen Mutter und Kalb hervorragend.
Dass eine Kuh so lange auf der Ranch bleibt, passt zur Philosophie der Familie. Ihre Tiere behalten Fehrs so lange wie möglich.
Mit der Ranch auf Instagram
Auch digital nimmt Christian Fehr die Menschen mit zu seinen Tieren. Angefangen hat alles mit Bildern im WhatsApp-Status. Saskia fand, diese sollten auch auf Instagram und TikTok zu sehen sein. Seit über sechs Jahren berichtet Christian dort aus dem Ranchalltag. Inzwischen steht er auch selbst häufiger vor der Kamera.
Das bringt nicht nur wachsende Followerzahlen, sondern auch neue Kundschaft. Einen Teil ihres Natura-Beefs vermarkten Fehrs direkt ab Ranch. «Natura-Beef kann man überall kaufen. Warum sollten die Leute zu uns kommen?», sagt Christian. Mit ihrem Weidekonzept, der Ranch und ihrer Präsenz auf Social Media wollen Fehrs sich von der Masse abheben.
Die ganze Geschichte im Schaffhauser Bauer
Warum aus dem Bauernhof eine Ranch wurde, weshalb Homöopathie zur Stallapotheke gehört, warum die «Beeflis» zwar Namen haben, aber kaum damit angesprochen werden und wie die ganze Familie auf der Ranch mitanpackt, lesen Sie im vollständigen Artikel.
Den ganzen Bericht über die Sonnhalde Ranch finden Sie im aktuellen «Schaffhauser Bauer» als PDF: