Laserroboter im Gemüsebau
Miro Weber aus Neunkirch setzt auf seinen Feldern seit diesem Jahr einen Jätroboter ein. Bislang hat sich die Maschine bewährt, denn sie bricht Spitzen, arbeitet präzise und das 24 Stunden am Tag.
Die Lichter werden grün. Ein Surren, ein leises «pfft», und dem Unkraut ist der Garaus gemacht. Der Jätroboter ist zwar nicht besonders schnell, dafür sehr effizient. Und: «Er nimmt uns 70 Prozent der Handarbeit ab», sagt Miro Weber. Auf seinem Gemüsebaubetrieb in Neunkirch ist der Roboter der Marke Caterra im Einsatz.
Immer wieder sei er in der Vergangenheit über das Thema gestolpert. Weber fand bislang aber, das rentiere sich nicht. Nun wagt er den Versuch und ist zufrieden. Er müsste zwei Personen für drei Monate anstellen, um die Arbeit der Maschine zu erledigen. Da sich aber kaum jemand finde, der für diese kurze Zeit eine Anstellung suche, engagierte er die Arbeitenden bislang für sechs Monate. Personalkosten für ein Jahr also, die er sich sparen kann. Stattdessen mietet er den Caterra von März bis Ende Oktober.
Interdisziplinäres Team
Der Vorteil einer Maschine: Sie ist wetterunabhängig, braucht keine Pausen, keine Ferien, kann 24 Stunden durcharbeiten (wenn die Akkus regelmässig geladen werden), sie wird nie krank, sondern hat höchstens einen Defekt. Die Herausforderung: Man ist abhängig von Expertinnen und Experten. Die Zusammenarbeit mit der Firma, welche die Laserroboter herstellt, klappe aber sehr gut. Weber ist in einem WhatsApp-Chat mit den Macherinnen und Machern, in dem er schnell um Hilfe bitten kann – und diese auch bekommt. Das Team besteht gemäss der Website der Firma aus Ingenieuren, Agrarwissenschaftlern und Robotik-Spezialisten.
Aktuell ist der Caterra in Neunkirch im Einsatz auf Feldern, auf denen Rüebli, Zwiebeln, Randen und Chicorée wachsen. «Wir möchten ihm auch noch neue Kulturen beibringen», so der Landwirt. Beispielsweise die Petersilienwurzel.
Präzise ins Herz
Etwas «beibringen» - einer Maschine? Ja, sie lernt. Woran sie das Unkraut von der Kultur unterscheidet wird ihr einprogrammiert. Weber fährt sie, mit einer Steuerung, die an eine Playstation erinnert, an den richtigen Ort. Die Felder sind einprogrammiert und mit einem «Geo-Fence», also einer Art virtueller Zaun, umgeben, über den der Roboter nicht hinausfährt.
Der Landwirt gibt in einer App an, welche Reihen er jäten soll und welche nicht, drückt auf Start und los geht’s. Dann fährt der Roboter in die richtige Reihe, fotografiert den Untergrund und erkennt anhand der Bilder, was «Gjätt» ist und was nicht. Mit dem Laserstrahl trifft sie präzise das Herz des Unkrauts und zerstört es so.
Ein Leichtgewicht
Den Menschen brauchts danach nicht mehr. Ausser, wenn das ungeliebte Kraut schon zu gross ist, als dass die Maschine es erkennt. Dann wird händisch nachgearbeitet. Aber eben: Der Aufwand reduziert sich massiv. Und das sei gerade jetzt, in der strengsten Zeit im Gemüsebau, eine grosse Erleichterung. «Er ist unser Spitzenbrecher», sagt Weber und zeigt auf die Maschine, die inzwischen etwa in der Mitte der ersten Reihe angekommen ist.
Aus Kanada kenne man solche Roboter, die man an den Traktor anhänge. Aber: Alleine das Gefährt bringt schon mehrere Tonnen auf die Waage, der Anhang dann nochmals. Der Laserroboter hingegen ist rund 300 Kilo schwer. «Das ist von der Verdichtung her optimal.» Gerade bei den Böden, auf denen Weber sein Gemüse pflanzt. Die Dämme werden nicht verdichtet, die Wurzeln des Gemüses nicht verletzt. Und das wiederum bedeutet, dass möglicherweise sogar mehr Ertrag zu erwarten ist. Doch, bislang ist Weber mit dem Experiment, das er gewagt hat, und auf das er auch immer wieder einmal angesprochen wird, sehr zufrieden. Eva Wanner