Wein mit eigener Handschrift
Steile Rebberge, viel Handarbeit und Weine mit Charakter: Seit 2010 führen Marisol und Andreas Florin ihr Weingut in Stein am Rhein. Auf 3,5 Hektaren unterhalb der Burg Hohenklingen entstehen Weine, bei denen die beiden bewusst ihren eigenen Weg gehen.
«Ich gehe gerne z’Berg», sagt Andreas Florin und lacht. Wer die steilen Rebberge oberhalb von Stein am Rhein sieht, versteht schnell, weshalb das von Vorteil ist. Traktoren haben hier keine Chance. Abgesehen von einem Aufsitzmäher ist Handarbeit angesagt. Im ersten Jahr nahm der Winzer allein durch die Arbeit in den Steillagen rund acht Kilogramm ab.
2010 kamen Marisol und Andreas Florin nach Stein am Rhein. Andreas, der in Maienfeld aufgewachsen ist und Önologie in Frankreich studierte, hatte nach verschiedenen beruflichen Stationen den Wunsch nach einem eigenen Weingut. In Stein am Rhein fanden sie schliesslich den passenden Ort.
Klein genug für den eigenen Stil
«Es gibt viele Weine. Auf jemanden, der einfach noch einen weiteren Wein produziert, wartet niemand», ist Andreas überzeugt. Deshalb setzen Florins auf ihre eigene Handschrift. Der Winzer bevorzugt trockene Weine ohne Restsüsse, bei denen auch der jeweilige Jahrgang spürbar sein darf. «Ich möchte Weine machen, die Durst machen, und nicht Weine, die satt machen.»
Eine Besonderheit ist der Schiller. Bei diesem traditionellen Wein wachsen rote und weisse Trauben in derselben Parzelle und werden gemeinsam geerntet und verarbeitet. Auch bei den Rebsorten gehen Florins ihren Weg: Seit rund zehn Jahren pflanzen sie ausschliesslich pilzwiderstandsfähige Sorten, sogenannte PIWI, neu an.
Ein aussergewöhnlicher Jahrgang
Der Jahrgang 2026 stellt die Winzer vor besondere Herausforderungen. Zum zweiten Mal überhaupt begann die Weinlese bei Florins bereits im August. Hohe Zuckerwerte und tiefe Säurewerte verlangen Fingerspitzengefühl im Keller.
Wie Andreas Florin damit umgeht, weshalb Rehe in seinen Rebbergen für Probleme sorgen und welche Geschichte hinter den besonderen Weinetiketten steckt, erzählt er im aktuellen «Schaffhauser Bauer».
Das vollständige Betriebsporträt gibt es am Dienstag im Schaffhauser Bauer.